• Anita

Beziehung - Himmel & Hölle, Teil 3

Sommersonnenwende - Verschmelzung und Befruchtung

Es ist Mittsommer, am 21. Juni war die Sommersonnenwende. Es ist der längste Tag im Jahr, sprich, maximales Licht = höchstmögliche Ausdehnung und Fülle. Alles ist nach aussen gerichtet, dem Licht entgegenreckend, in grösster Entfaltung und Pracht. An Mittsommer hat es die Natur darauf angelegt, sich zu vereinigen und befruchten. Und hierzu lässt sich das Pflanzen- und Tierreich zu einer unglaublichen Vielfalt und Üppigkeit hinreissen. Nur schon die Anzahl Samen, die ein Lebewesen (auch der Mensch) produziert ist in einer solch gigantischen Unverhältnismässigkeit, zu dem was für den Fortbestand der Spezie eigentlich notwendig wäre. Dies hat mich inspiriert zu dieser Blog-Serie:

Beziehung - Himmel & Hölle

Das Erdenkleid wird im Sommer üppig. Als ob alle Wesen sich ganz dem Licht entgegenstrecken möchten, als ob sich Himmel und Erde vereinigen. Hast auch du Lust auf Vereinigung und Verschmelzung?


Selbstbestimmung - Selbstverständlichkeit oder Mythos?

Im letzten Blog war das Thema, dass in früheren Zweckehen, wo die emotionalen und sonstigen Anforderungen noch nicht so hochgeschraubt waren wie heute, die Frau vielleicht ebenfalls ein wenig mehr Spielraum hatte. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Denn eine Frau, die sexuell selbstbestimmt war (oder auch nur so wirkte), sowieso eine Bedrohung war. Eine solche Frau musste geächtet, bestraft oder gar als Hexe mit ihrem Leben gebüsst werden. Auch heute, wo wir Frauen sexuell selbstbestimmt sein dürfen und wollen ist es noch keine Selbstverständlichkeit: kollektive und/oder persönliche Verletzungen der körperlichen Integrität, religiös-moralische Altlasten, durch social media genährtes Konkurrenzdenken, körperfeindliches Klima in unserer Leistungsgesellschaft etc sind nach wie vor Stolpersteine auf diesem Weg. Die Diskussionen um das neue Sexualstrafrecht zeigen, wie retardiert unsere Rechtsprechung war - und wohl auch unser Denken (und Handeln?). Den Blick zur aktuellen amerikanischen Rechtssprechung muss ich hier gar nicht erwähnen.

Auch wenn (abgesehen von diesen juristischen Defiziten) Selbstbestimmung bei uns eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint, mache ich immer wieder die Erfahrung, wie schwierig es ist, die eigenen BEDÜRFNISSE auszudrücken. Das kann sich in ganz einfachen Dingen zeigen. Oder fällt es dir einfach, deinen Partner zu bitten, dich in den Arm zu nehmen, wenn du traurig bist? Oder zu sagen, dass du jetzt einfach gehalten werden möchtest, ohne sexuellen Absichten? Vielleicht verwechseln wir sexuelle Selbstbestimmung und «Freiheit» mit Drang nach Abenteuer und Ausbruch aus Sprachlosigkeit oder mit Projektionen?

Das Frauwerden an sich war für mich schon eine sehr unangenehme Herausforderung. Aber dann noch einen passenden Mann finden...

Meine Suche nach dem richtigen Partner

Die Suche nach dem «richtigen Partner» und einer erfüllten Sexualität ist und bleibt eine Herausforderung, oder gar ein Buch mit 7 Siegeln? Für mich war es auf jeden Fall so: Die ersten Jahre in und nach der Pubertät war ich sehr uninteressiert an Männern. Das Frauwerden an sich war für mich schon eine sehr unangenehme Herausforderung. Aber dann noch einen passenden Mann finden. Nein danke! Dazu war ich viel zu rebellisch, kämpferisch und intellektuell, sprich lebens- und menschenfeindlich. Erst nach einer Auslandreise anfangs zwanzig wurde meine bisher unterkühlte Gefühlswelt aufgeweicht. Schliesslich mit 24 Jahren verliebte ich mich über beide Ohren.

In dieser grossen Verliebtheit habe ich mein eigenständiges Wesen, meine eigenen Bedürfnisse und auch meine Quelle zur eigenen Kraft aus den Augen verloren. Und dies hat nichts mit diesem Partner zu tun, sondern mit meiner eigenen inneren Landschaft der Bereitschaft für Anpassung. Auch in der nachfolgenden Beziehung habe ich mich angepasst, sogar mich selber aufgelöst und im Gegenzug vom Partner Wertschätzung, Anerkennung, Liebe und, ganz wichtig: Sicherheit gesucht. Die Patriarchats-Geschichte hing mir noch in den Knochen. Oder sollen wir es einfach «Menschheitsgeschichte» nennen? Den Männern geht es ja in der Rolle des Beschützers, Retters, Versorgers, Glücklichmachers auch nicht wirklich gut...

Das ist jetzt alles sehr vereinfacht und stark heruntergebrochen. Natürlich gab es in all meinen Beziehungen auch nährende, sexuell erfüllte und unbeschwerte Zeiten. Ich bereue gar nichts, es waren alles Erfahrungen, die mich entwickelt und gereift haben. Und diese Anpassung und Auflösung waren äusserlich nicht sichtbar, im Gegenteil. Äusserlich hab ich stark und sogar (selbst)bestimmt gewirkt. Aber mein inneres Wesen und meine Sexualität hatte sich zurückgezogen. Soweit, dass ich überzeugt war, nie mehr Sex zu haben.


Welche Voraussetzungen braucht es für eine Beziehung auf Augenhöhe?

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Erst mit 44 Jahren durfte ich eine andere Beziehungsgeschichte beginnen.

Ganz langsam sind wir es angegangen. Ohne hitzigen Verliebtheitsgefühle und ohne: «Du gehörst mir und ich gehöre dir» oder «das ist jetzt meine neuer Freund als Vorführmodell» Wir haben uns Zeit gelassen, haben uns immer wieder vergewissert, den eigenen Raum, die Eigenständigkeit nicht zu verlieren. Haben nach Definitionen unserer Verbindung gerungen (z.B. haben wir es Nicht-Beziehung genannt, als Erinnerung, nicht in die Beziehungsfalle vom verschwundenen Ich im Wir zu tappen). Es gab zwar in mir einen Wunsch nach Klarheit, und meine romantisch verklärten Vorstellungen und Wünsche liessen mich manchmal sehnen und trauern. Zum Glück war Karl so kritisch - und gleichwohl verbindlich. Er hat mich immer wieder erinnert, wie fragil und unbekannt das ist, was da am Keimen war zwischen uns. Und dies bedarf grosser Offenheit und Behutsamkeit, um auf "Augenhöhe" zu sein. Stundenlange Gespräche über Bedürfnisse, Beziehungsformen, Sexualität, Ängste, Verletzungen haben wir geführt. Haben nach Gemeinsamkeiten und Unterschiedlichkeiten gesucht, waren aufmerksam, um Anpassung und Selbstaufgabe frühzeitig zu erkennen.

Es fühlt sich so an, als ob wir beide, fast ungewollt in einen Liebesfilm gestolpert wären.

Und von Anfang war das Credo: Freiheit und Verbindung. Nicht als Gegensatzpaar im Sinne von: Ich will meine Freiheit auf Kosten der Verbindung, indem ich dich ausschliesse oder dir etwas verheimliche. Sondern als 2 Pole, die sich gegenseitig unterstützen: wenn ich verbindlich bin und ein Commitment gebe, kann ich auch Freiheit gewähren, weil die Verbindung nicht abbricht. Verlässlichkeit ermöglicht Freiheit. Und wenn ich mich frei fühle, meine Bedürfnisse äussere und meine Lebendigkeit zeige, entstehen mehr Verständnis, Nähe und...Bingo: Verbindung!



Beziehung auf Augenhöhe - bedingt grosse Ehrlichkeit und Auseinandersetzung, Freiheit und Verbindung


Wir sind jetzt im 7. Jahr gemeinsam unterwegs. Und die Verbindung wächst weiter, die Anziehung, das Wohlwollen, die Entspannung, die Ehrlichkeit nehmen stetig zu. Sogar machen wir gemeinsame Angebote (Tangokurse, Tarotabende) Es fühlt sich so an, als ob wir beide, fast ungewollt in einen Liebesfilm gestolpert wären.

Und nun wollen wir zusammenziehen - im 7. Jahr. Nehmen die Herausforderung von Patchwork und von Alltagsroutine an. Und weniger Platz und keine räumliche Distanz mehr zwischen unseren Treffen. Da bin ich gespannt, wie das wird...

Und es gab einen Zaubersatz in diesem Annäherungsprozess: "Sex ist verhandelbar."

Im nächsten Blog geht es um Sexualität.



Mit herzlichen Grüssen zu Mittsommer

Anita Mehr

Möchtest du in deiner Beziehung wachsen? Nähe & Intimität leben? Ich begleite dich gerne.


P.S. Am Donnerstag, 30. Juni gibt es in der Villa Maria, Dierikon einen women temple im Jurtenzelt, von 18.45 bis 22.00 Uhr. Es hat noch freie Plätze!


 


Anita Mehr - Shalum - Expertin für LeichterLebenLernen


Mein Angebot ist für Menschen, mit körperlichen oder psychischen Beschwerden oder in Krisensituationen. Ich arbeite mit Kinesiologie, Familienstellen und schamanischer Arbeit. Ich biete Coachings & Beratung für Frauen, Männer & Paare, FrauenRetreats, Women temple, Familienstellen und Rituale an.

Mein Partner Karl Weingart und ich führen Tarot- & Tangokurse durch.


Shalum ist mein Seelenname und bedeutet: Mit Liebe Frieden bringen.



Tango Argentino Kinesiologische Balancen Familienstellen Angebote für Frauen


 


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen