• Anita

Zeit der Lilith - Schattenaspekte der Weiblichkeit

Aktualisiert: Sept 23


Der Sternenhimmel: Mars & Lilith

lädt uns im Jahr 2020 in aussergewöhnlicher Art und Weise ein, in unserem Leben eine Strukturbereinigung, geradezu einen Shift herbeizuführen. Neben der mächtigen Saturn-Pluto-im-Zeichen-Steinbock-Konstellation ist auch im Zeichen Widder einiges los: Mars und Lilith stehen für einige Monate in diesem Zeichen. Widder, der für Neubeginn, Feuer und Aktion, fürs männliche Prinzip steht und dadurch die Prozesse aktiviert und initiiert. Mars, das männliche Prinzip, ist also in seinem Heimatplaneten und kann dadurch seine aktive, entschlossene, durchsetzende, leider auch kämpferische Seite entfalten. Sehr spannend wird es, wenn sich Lilith auch in dieser katalysatorischen Energie befindet. Lilith steht für die unterdrückte Weiblichkeit, Unterdrückung, die zu Schatten werden. Viel Transformation und Heilung in der Weiblichkeit und Männlichkeit ist möglich!

Wer ist Lilith?

Der Name Lilith wird vom babylonischem Wort Lilitu abgeleitet und bedeutet übersetzt Windgeist. Im alten Testament (Jesajas 34,14) wird sie nur nebenbei als weiblicher Dämon (die Nächtliche) erwähnt, ihren Ursprung hat sie allerdings eher in der babylonischen Mythologie. Die sowieso spärlich überlieferten Hinweise von Lilith sind stark geprägt vom Zeitgeist. Dieser zeichnet nicht gerade ein zimperliches Bild.

Mythologie

Wie im Talmud berichtet wird, schuf Gott an Adams Seite eine Frau namens Lilith. Sie war diesem völlig gleichberechtigt und ebenbürtig, daher verstand sie sich als ein freies Wesen, dem Unterordnung völlig fremd war.  Ihr stolzes und selbstbewusstes Auftreten, ihre Weigerung Adam zu dienen, stießen nicht gerade auf die Zustimmung Gottes, der Adam als Abbild seinesgleichen sah und damit ihren Freiheitswillen als Rebellion gegen sich verstand. Es wird weiterhin erzählt, dass Lilith beim Sex stets oben liegen wollte. Adam aber wollte sich die dominante Position nicht nehmen lassen, und schließlich kam es zum Eklat zwischen den beiden. Lilith sprach den geheimen Namen des Herren  "Schem Hammeforasch", eine Zauberformel, aus und flog davon. Auf Adams Flehen hin sandte Gott drei Engel ( Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) aus, um sie zurückzuholen. Lilith brach in schallendes Gelächter aus ob deren Versuche und Adams Wehklagen. Sie hatte sich an der Küste des Roten Meeres niedergelassen und war mittlerweile eine Verbindung mit dem Dämon Djinns eingegangen, mit dem sie viele Kinder gezeugt hatte. Als Strafe für ihren "Ungehorsam" ließ Gott jeden Tag 100 ihrer Kinder töten. Vor Trauer wahnsinnig, begann sie nun selbst als kindermordende Dämonin Schrecken und Angst zu verbreiten. Auch soll sie die Schlange im Paradies gewesen sein, welche Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hat. Für Adam, der mit der umgänglichen Eva ein gutes Leben führte, hatte damit das Vergnügen wieder ein Ende. Bekanntermaßen mussten er und Eva aus dem paradiesischen Zustand heraus in die harte Wirklichkeit.

Bild von Lilith, John Collier 1892

Patriarchale Prägung 

Soweit die mythologische Darstellung. Jahrtausendelang haben sich die Patriarchen aller Konfessionen redlich Mühe gegeben, Lilith als dämonisierte Frau darzustellen, die sich Männern als verruchte Verführerin und widerspenstige Gottesgegnerin entgegenstellt. Weibliche Lust und Selbstbestimmung wurden erfolgreich als etwas Böses und Falsches dargestellt. Die Weibliche Lust wurde als Schuldenpfuhl für den ganzen Weltschmerz verantwortlich gemacht. Eine Frau, die ihr Lust lebt, sich als gleichwertig sieht und Selbstbestimmung lebt, ist absolut bedrohlich, wird ausgestossen und bestraft. Dass Gott dann eine Eva geschaffen hat, die dem Mann gefügig war und den mütterlichen (nicht den weiblichen) Aspekt lebt, hat der patriarchalen Weltordnung bis jetzt gedient, sie überhaupt ermöglicht und gestützt. Bis jetzt reichen diese Bilder und Prägungen in unser Kollektiv und binden uns zurück. Für uns Frauen ist es eine absolute Herausforderung, die weibliche Lust zu leben, gleichwertig und selbstbestimmt.

Feminismus

In die entgegengesetzte Richtung zielen die feministischen Bemühungen. Sie sehen Lilith als Symbol für den weiblichen Freiheitsdrang und den Kampf um Unabhängigkeit. Die Gefahr besteht, eine kämpferische Haltung einzunehmen. Kämpfen ist wohl keine versöhnende Strategie und erzeugt Widerstand und Gegendruck. Ebenfalls gründet dieser Kampf auf dem Boden uralter Unterdrückung und daraus entstehender Schatten. Diese ungelösten Schattenaspekte werden wieder in der Kommunikation als Konfliktpotential einfliessen.

Schatten aufdecken um wahrlich frei zu werden

Die Geschichte von Lilith zeigt auf, was geschieht, wenn die eigenen Gefühle und die eigene Integrität nicht gelebt werden (übrigens nicht nur bei der Frau). Die Unterdrückung von Gefühlen und der eigenen Bedürfnisse gräbt sich in das Unbewusste wie ein Stachel.

Auch wenn wir noch so viel „lieblich-umsorgend-dienende Eva-Energie“ darüberschütten, der Stachel sitzt. Der Stachel ist die Sprache der tiefverdrängten Gefühle. Und wer kennt ihn nicht, diesen Stachel der Frau. Er zeigt sich als Trauer, Erschöpfung, Reizbarkeit, Eifersucht, Manipulation, Rache... Wenn sich solche Schatten zeigen, eröffnet sich eine riesige Chance. Denn dieser Stachel behütet das Ureigene, die wahren, in Dunkelheit gepackten Gefühle der Lust, Sinnlichkeit, Kraft, Selbstbestimmung etc. Der Stachel ist manchmal der einzige Faden zu unseren süssen, unverfälschten Gefühlen. Ziehen wir daran, gehen wir durch die manchmal schmerzhaft-ernüchternde Selbsterkenntnis. Wenn es uns gelingt, nicht dem Opferbewusstsein zu verfallen oder uns zu beschuldigen. Das würde den Stachel wieder zurückdrängen, sondern glasklar hinschauen. Dadurch wird die Befreiung der eigenen, reinen, wahren Gefühle und der lebendigen Kraft in uns möglich.

So können wir Frauen (und auch Männer) in Liliths Geschichte einiges erkennen, wenn wir sie als potentiellen Teil unserer Persönlichkeit wiederfinden. Wenn wir nicht in einer „Wie-du-mir-so-ich-dir-Mentalität“ zurückschlagen, sondern auf eine innere Entdeckungsreise gehen. Die Reise zu uns, zu unseren Gefühlen, zu unserer Sexualität.

Zu unserem Licht.


Voranzeige


FrauenZeit 2021 in der Jurte

4 Tages-Retreats "Liebe & Sexualität" 8. Mai/12.Juni/3. Juli /14.August

Tages-Retreat Transformation der Sexualität 11.September



Nachtrag zu Lilith

Im bereits erwähnten Talmud gilt sie blutsaugendes Nachtgespenst, als ein Weib des Teufels. Die kabbalistische Schrift Sohar zeichnet ihr Bild in den typischen erotischen Fantasien sex- und frauenfeindlicher Männer. Mitunter wird aber auch als göttliches Geschöpf genannt, wie in Griechenland, wo sie sich mit Hekate verband. Oft wird sie von Kopf bis Nabel als wunderschöne Frau dargestellt, hüftabwärts aber als brennendes Feuer, was ein  eindeutiger Verweis auf ihre starke erotische Leidenschaft sein dürfte. Das ihr zugeordnete Tier ist die Eule, die sowohl als Sinnbild der Weisheit, wie auch als Totenvogel gilt.

Astrologie und Lilith

In der Astrologie wird ein sensitiver Punkt nach ihr bezeichnet. Soll seine Position bestimmt werden, geht man von der Umlaufbahn des Mondes aus. In dieser Ellipse werden die zwei entferntesten Punkte mit einer Achse miteinander verbunden. Auf dieser Achse liegt Lilith der Erde gegenüber, mit gleichem Abstand zum Mittelpunkt der Ellipse. Ein Umlauf dauert dauert 8,9 Jahre. Aus dieser Position ergibt sich die Bezeichnung Schwarzmond, aus der bereits Rückschlüsse auf ihre Wirkung gezogen werden können. Sie verkörpert die andere Seite der Weiblichkeit, die unsichtbar, eben dunkel bleibt. Sie gibt nicht nur Leben, sondern ist auch Todesbringerin, Trägerin von Schmerz und Entbehrung. Lilith ist das Blut aus dem alles entstand, entsteht und entstehen wird.


Ebenfalls lesenswert: Artikel im Zeitpunkt Nr 109 von Ohad Ezrai

https://www.zeitpunkt.ch/fileadmin/download/ZP_109/ZP_109_Die_Befreiung_der_Lilith.pdf



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